Rudi Rehle
Rudi Rehle
Foto: Archiv Beni Eisenburg

Einem Volksmusikanten zum Gedächtnis!

Am 23. August 2016 verstarb in seinem Haus in Holz/Gemeinde Bad Wiessee der Volksmusikant, Sänger und langjährige Leiter des Kreuther Kirchenchors Rudi Rehle.

Viele Freunde und Volksmusikanten kamen zum Requiem in die Kreuther St. Leonhardskirche, darunter seine Musikweggefährten Sepp Winkler, Hubert Winkler, Herzog Max, Sepp Eibl, die Fischbachauer Sängerinnen, die Haunshofer Sängerinnen u. a. Pfarrer Seubert hielt den Trauergottesdienst und Diakon Kinne zeichnete das Leben des Verstorbenen nach.

Geboren wurde Rudi Rehle als „Christkindl“ am 26.12.1929 in Kreuth. Vater Max Rehle war in Kreuth Lehrer, ein Freund vom Kiem Pauli, und er war bekannt für seine Singstunden in der Schule. So war es naheliegend, dass der Rudi beim Kiem Pauli das Gitarrenspiel erlernte.

Als 1950 Tobi Reiser mit der Trappfamilie im Tegernseer Barocksaal gastierte, sang auch Rudi Rehle zwei Volkslieder. Darauf lud Tobi Reiser den Rudi nach Salzburg zum Adventsingen ein, damals noch im Kaisersaal der Residenz, der Rudi durfte zwei Adventslieder singen. Ab dieser Zeit spielte der Rudi mit Sepp Winkler zusammen, der ebenfalls beim Kiem Pauli die Zither erlernte. Neben dem Duo gab es noch die Kreuther Hausmusi und die Kreuther Klarinettenmusi. Singen war Rudis Liebe, das Rüstzeug holte er sich bei den Regensburger Domspatzen. Er sang mit den Kreuther Sängern und im Viergsang. Nach dem Studium der Forstwissenschaft leitete er in Ruhpolding die Waldarbeiterschule, bevor er nach Kreuth ans Forstamt kam.

Mit seiner Frau Agi hatte er zwei Töchter.

Der Kreuther Kirchenchor unter der Leitung von Birgit Au-mann sang seinem langjährigen Leiter Volkslieder, die der Rudi noch für den Chor eingerichtet hatte, und am Grab den Boaraibl-Jodler. Die Kreuther Traditionsvereine Leonhard-stoaner, Wolfschluchtschützen und der Vinzenziverein ehrten ihr langjähriges Mitglied mit einem Kranz, bevor sie die Vereinsfahnen übers Grab senkten. Auch die Forstverwaltung und der Liederkranz Tegernsee dankten Rudi Rehle fiir seine Arbeit. Der Bayerische Rundfunk schickte auch einen Kranz, es gibt in seinem Tonarchiv viele Aufnahmen mit Rudi Rehle als Liedbegleiter und mit Kreuther Musikgruppen. Die Gemeinde verlieh ihm die Bürgermedaille, der Bayerische Landesverein fiir Heimatpflege die Medaille für vorbildliche Heimatpflege, die Kiem Pauli-Medaille wurde ihm bereits 1967 verliehen.

In meiner Erinnerung gehören die Lesungen im Ludwig Thoma-Haus mit dem Duo Winkler-Rehle zu den schönsten Veranstaltungen.

Beni Eisenburg

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