Die industriellen Anstalten in Gmund am Tegernsee

Anblick der Papierfabrik Louisentahl von Nordosten her, im Jahr 1960.
Die im Text beschriebenen industriellen Anlagen gelten als Vorläufer der heutigen Papierfabrik Louisenthal. Das Foto zeigt die Fabrik im Jahr 1960.

Im Kunst und Gewerbeblatt vom Jahre 1840 sind die industriellen Anstalten von Prof. Desberger beschrieben.

„Diesen ursprünglich ganz wilden Winkel hat früher schon Mannhardt mit viel Sachkenntnis ausgesucht. Die Gebäude stehen auf beiden Ufern des Flusses. Auf dem linken Ufer sind sämtliche Fabrikgebäude mit dem für sie hergestellten Gerinne. Auf dem rechten Ufer steht das Wirtschaftshaus die notwendigen Ökonomiegebäude und ein noch nicht ganz vollendeter Garten. Die Verbindung ist durch eine gleichfalls neue Brücke hergestellt.

Allgemein ist bekannt, dass dort eine Flachsspinnerei und eine Maschinenwerkstätte errichtet sind, diese Anstalten wurden von Mannhardt und Droßbach geleitet, verbunden sind sie mit Erich und Gebrüder von Ruedorfer. Die Spinnmaschinen sind vollkommener als die englischen. In unserem Land hat Reichenbach auf Kosten von Uzschneider eine Reihe von Versuchen gemacht und einen Spinnapparat hergestellt." Damals hatte England die besten Spinnmaschinen.

„In Deutschland machten Droßbach Vater und Sohn schon Versuche. Dann wurde Mannhardt mit Droßbach bekannt, Versuche von Droßbach jun. und Mannhardt wurden in der Mannhardschen Werkstätte unternommen.

Einer der Brüder Ruedorfer und Droßbach reisten nach England, sie trafen Lauson in Leeds, er hatte große Erfahrungen mit der Flachsspinnerei. Lauson reiste nach Gmund, von diesem Zeitpunkt an muß die Anstalt in Gmund förmlich constituiert betrachtet werden." In diesem Bericht von 1840 werden genau die Arbeitsweise und der Ablauf des Spinnvorgangs beschrieben. Die Baumwollspinnmaschinen in Gmund waren damals auf dem neuesten Stand.

Beni Eisenburg

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